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Erfahrungsberichte Europa Nordmazedonien

Marija als Atem-, Sprech-, und Stimmlehrerin in Ohrid, Mazedonien vom 07.2023-08.2023 Das Leben hat mich oft nach Ohrid geführt, und jedes Mal, wenn ich dorthin ging, weckte in mir den Wunsch, wiederzukommen. Ich bin in Mazedonien aufgewachsen und meine Familie ist oft nach Ohrid gereist, denn Ohrid bietet die perfekte Mischung aus Ruhe, Kultur, großartiger […]

Marija als Atem-, Sprech-, und Stimmlehrerin in Ohrid, Mazedonien vom 07.2023-08.2023

Das Leben hat mich oft nach Ohrid geführt, und jedes Mal, wenn ich dorthin ging, weckte in mir den Wunsch, wiederzukommen. Ich bin in Mazedonien aufgewachsen und meine Familie ist oft nach Ohrid gereist, denn Ohrid bietet die perfekte Mischung aus Ruhe, Kultur, großartiger Küche und reichhaltigem Veranstaltungsprogramm.

Ich bin aus Mazedonien im Jahr 2018 weggezogen und lebe und mache die Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin.

Das vierte Semester dieser Ausbildung ist ein Praktikumssemester. Es wurde uns empfohlen, zu reisen, um neue Arten und Weisen des Arbeitens kennenzulernen. Da mir jedoch klar war, dass ich das erworbene Fachwissen nicht in meiner Muttersprache übersetzen kann, beschloss ich, diesem „Auslandlands Erlebnis“ eine andere Bedeutung zu geben. Ich bin sehr froh, dass ich durch Erasmus die Möglichkeit gefunden habe, dies zu verwirklichen.

Ich habe mich für Ohrid entschieden, weil ich seine Magie bereits erlebt habe. Die Stadt Ohrid und der Ohridsee gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und bieten atemberaubende Ausblicke und wecken immer wieder neue Gefühle.

Ich habe einen Monat lang mit autistischen Kindern und Frühförderung gearbeitet. Das Team bestand aus Logopäden, Sonderpädagogen und einem Psychologen. Diese Umgebung erwies sich für mich als sehr hilfreich, da ich die Möglichkeit hatte, alle Fragen zu klären, die mir zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf gingen. Ich hatte die Möglichkeit, an Meetings und Besprechungen teilzunehmen und durfte mit erfahrenen Fachleuten zusammenarbeiten.  Die interdisziplinäre Arbeit hat mir gezeigt, wie wichtig Teamwork und Kommunikation im Berufsleben sind. Die unterschiedlichen Kompetenzen gebündelt, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen, war inspirierend zu sehen. Die Zusammenarbeit half mir, ein besseres Verständnis für die Therapie mit Kindern zu erlangen, meine Therapiefähigkeiten zu verbessern, ein tieferes Verständnis für dieses Berufsfeld zu entwickeln, zu verstehen, dass geduldig und empathisch zu arbeiten sind A und O in der Therapie.

Ich hatte die Gelegenheit, erstmal die Arbeitsweise zu beobachten und mein theoretisches Wissen in Mazedonisch durch andere Begriffe zu erweitern. Ich habe neue Methoden kennengelernt, Therapiepläne wurden mir zur Verfügung gestellt und auf Basis deren könnte ich auch eigene Therapiepläne erstellen und anwenden in der Therapie unter Aufsicht. Die Sprachen sind unterschiedlich und dementsprechend gibt es auch Unterschiede in den Aussprachestörungen. Zum Beispiel Therapie von Rhotazismus (Zungenspitzen /r/) wird in der deutschen Sprache fast gar nicht behandelt, denn dieser Laut kommt nur in einigen Dialekten vor. Daher war diese Erfahrung wertvoll für mich. Ich habe die Methoden und die Werkzeuge zur Erarbeitung dieses Lautes kennengelernt und habe auch die Möglichkeit gehabt zu therapieren.

Ich habe mich sehr wohlgefühlt und konnte mich frei entfalten und weiterentwickeln und es ist einer der Gründe, warum ich dieses Erlebnis noch mehr schätze.

Ich habe noch nicht einmal ansatzweise verstanden, wie wichtig es für mich sein würde, die Terminologie zu verwenden und in meiner Muttersprache zu beobachten und unter Aufsicht therapieren zu können.

Insgesamt kann ich festhalten, dass mein Praktikum ein voller Erfolg war und hat meine Erwartungen übertroffen. Es hat mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weitergebracht und mir einen realistischen Einblick in den Berufsalltag gegeben. 

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