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Afrika Erfahrungsberichte Tansania

vom 03.08.2023 bis 06.09.2023

Ich habe nach einer Stelle gesucht, bei der ich mein Praktikum im Rahmen meiner praxisintegrierten Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin absolvieren kann. Um dabei meinen Horizont zu erweitern und andere pädagogische Sichtweisen zu erfahren, habe ich mich für ein Praktikum im Ausland entschieden. Dabei bin ich auf eine Organisation gestoßen, die Praktika in Arusha (Tansania) anbietet. Von der Idee, ein Praktikum in einem afrikanischen Land anzutreten, war ich nach kurzer Zeit sehr begeistert und somit war für mich klar, dass die Reise nach Tansania gehen wird.

Bei meiner Praktikumssuche bin ich auf die Webseite einer deutsch-tansanischen Organisation gestoßen, die mehrere verschiedene Projekte, vor allem im Bereich der Pädagogik, anbietet. Mit dieser habe ich mich in Verbindung gesetzt. Von Anfang an wurde ich gut beraten und ich wurde gut unterstützt bei der Organisation meines Praktikums.

Von Montag bis Donnerstag war mein Arbeitsplatz eine Vorschule.

Zusätzlich dazu arbeitete ich am Dienstag und Donnerstag nachmittags an einem Nähprojekt dass an einer Schule für Schülerinnen der Sekundarstufe (ab Klasse 7) angeboten wird. Dabei ging es um Aufklärungsarbeit mit dem Schwerpunkt auf das Thema Menstruationszyklus. In diesem Zusammenhang haben wir mit den Mädchen wiederverwendbare Binden genäht.

Jeden Freitag habe ich an einem Outreach-Projekt teilgenommen, bei dem wir unterschiedliche Schulen in ländlichen Gegenden besucht haben, um ihnen Spenden (vor allem Spiel- und Sportausrüstungen) zu bringen und Spiel- und Sportangebote mit den Schüler/innen durchzuführen. Hauptsächlich waren meine Aufgaben Betreuung, Unterstützung der Kinder während dem Unterricht, das Aufschreiben von (Haus-)Aufgaben und die Beaufsichtigung sowohl beim Porridge trinken morgens als auch beim Mittagessen. Vereinzelt hatte ich die Aufgabe, Unterrichtsstunden in den Fächern Englisch und Kunst vorzubereiten und zu halten, mit den Kindern die Zähne zu putzen, Lebensmittel einzukaufen und den Abwasch zu machen.

Bei der ersten Durchführung unterstützte ich die beiden Leiterinnen des Projekts dabei, die Nähtische und Nähmaschinen zur Schule zu transportieren. Zu Beginn jeder Einheit starteten wir mit einem Theorieteil, bei dem vor allem über den Menstruationszyklus aufgeklärt wurde. Dabei konnte ich aufgrund der Sprachbarriere kaum mitwirken. Meine Aufgabe war es, währenddessen die Materialien, wie Stoffe, Scheren etc. vorzubereiten und die Mädchen danach beim Zuschneiden und Nähen der Stoffbinden zu unterstützen.

Meine Hauptaufgabe war es, verschiedene Spiel- und Sportangebote für die Kinder anzubieten und durchzuführen. Ab und zu konnte ich beim Einkauf der Spenden für die Schulen helfen. Während des Praktikums habe ich in einem Freiwilligenhaus der Organisation zusammen mit anderen Praktikant /innen gewohnt. Dort habe ich in einem 6-Bett-Zimmer geschlafen und es gab unter der Woche sowohl lokales Frühstück als auch Abendessen. Etwa zehn Minuten Fußweg von meiner Unterkunft sind die Daladalas (Kleinbusse, die von Privatpersonen gefahren werden) gefahren. Mit dem Daladala musste ich ungefähr 20 Minuten lang fahren. Danach musste ich zur nächsten Daladala-Haltestelle entweder 20 Minuten langlaufen oder ich nahm ein öffentliches Transportmittel wie Pikipiki (Motorrad) oder Tuktuk. An der Haltestelle angekommen musste ich nochmals circa 15 Minuten mit einem Daladala fahren, um von dort aus zur Vorschule bzw. zum Projekthaus zu gehen.

Die Nationalsprache ist Swahili. In der Stadt Arusha verstehen die meisten Leute Englisch. Die Kinder lernen je nach Schule auch schon früh englisch. Jedoch war es sehr hilfreich, ein paar Worte auf Swahili zu lernen, da die verschiedenen Begrüßungen sehr wichtig im täglichen Umgang mit den Menschen sind.

Obwohl Swahili die offizielle Sprache ist, gibt es immer noch Menschen in abgelegenen Dörfern, die kaum Swahili, sondern nur ihre Stammessprache sprechen. Bei den Besuchen in manchen Schulen mussten demnach sogar die Lehrer vor Ort zwischen den Kindern und mein Kolleg/innen aus Arusha dolmetschen.

Nach der Arbeit und an freien Tagen habe ich meist zusammen mit anderen Praktikant/innen die verschiedenen Märkte in Arusha besucht oder wir sind gemeinsam essen gegangen.

An den Wochenenden habe ich verschiede Ausflüge gemacht, wie beispielsweise eine Tour zu einem Massai-Dorf und eine Safari in den nahegelegenen Nationalparks (Serengeti, Ngorongoro und Tarangire).

Ich bin froh, das Praktikum in Tansania gemacht zu haben. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln im Bereich der Pädagogik und dem kulturellen Austausch.

Erasmus+ ist eine gute Möglichkeit, Praxiserfahrungen im Ausland zu sammeln. Man wird gut beraten und auch unterstützt. Es war den Aufwand auf jeden Fall wert!

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