Mein Erfahrungsbericht Lissabon, Portugal
Motivation und Entscheidung
Im Rahmen meines dualen Studiums „Arbeitsmarktmanagement und Berufsberatung“ wollte ich nicht nur fachliche Praxiserfahrung sammeln, sondern auch meine persönliche Entwicklung fördern. Ein Auslandspraktikum erschien mir dafür ideal. Ich wollte mich in einer neuen Umgebung beweisen, selbstständiger werden, mein Selbstbewusstsein stärken und erleben, wie Arbeitskultur und Bildungsangebote in einem anderen Land gestaltet sind. Deshalb entschied ich mich auch, das Praktikum ganz bewusst allein zu absolvieren.
Organisation und Vorbereitung
Für die Organisation wandte ich mich an Vividus International, die mich von Beginn an hervorragend unterstützten. Vom ersten Kontakt an fühlte ich mich gut aufgehoben, immer begleitet und nie allein. Besonders hervorheben möchte ich Frau Maria San Jose Sánchez, die jederzeit freundlich und zuverlässig auf alle Fragen und Wünsche einging. Da für mein Studium einige Unterlagen mit meiner Hochschule abgestimmt werden mussten, kam es gelegentlich zu Rückfragen oder Korrekturen. Vividus half mir hier geduldig und schnell, sodass alles reibungslos erledigt werden konnte. Auch eine vorbereitende Online-Veranstaltung vermittelte wertvolle Informationen über Portugal, Rahmenbedingungen und kulturelle Besonderheiten. Eine finanzielle Förderung erhielt ich nicht, doch dank der klaren Struktur und der guten Vorbereitung war dies unproblematisch.
Praktikumsstelle und Arbeitsalltag
Mein Praktikum absolvierte ich vom 30. Juni bis 8. August 2025 in einer Stiftung für Jugendliche in Lissabon. Die Einrichtung ist schulähnlich organisiert: Es gibt Klassenräume und feste Lehrkräfte, die Schüler/innen unterrichten. Meine Aufgaben lagen vor allem im Verwaltungsbereich. Ich unterstützte das Team im Büro, half bei der Betreuung der Schüler/innen und Gäst/innen, aktualisierte Datenbanken und recherchierte Informationen zu Bildungseinrichtungen. Besonders spannend war für mich der Einblick in die Arbeitsweise vor Ort: Im Vergleich zu Deutschland wirkte der Alltag entspannter und weniger bürokratisch, ohne dass die Professionalität darunter litt. Die Atmosphäre war herzlich und familiär, und ich wurde von den Kolleg/innen sofort freundlich aufgenommen.
Mein typischer Arbeitstag begann am Morgen. Nach einer kurzen Begrüßung und einem kleinen Austausch über den Tag übernahm ich meine Aufgaben, die je nach Bedarf variierten. Am meisten Freude bereitete mir der direkte Kontakt zu den Schüler/innen. Ihre offene Art, der respektvolle Umgang untereinander und die lockere Stimmung im Haus haben mich beeindruckt. Trotz gelegentlicher stressiger Momente, wenn wichtige Termine anstanden, blieb die Grundstimmung immer angenehm.
Unterkunft und Mobilität
Untergebracht war ich in einem gemütlichen Airbnb im ältesten und historischsten Viertel Lissabons: Alfama, dessen enge Gassen und farbenfrohe Häuser jeden Heimweg zu einem kleinen Abenteuer machten. Die Stadt lässt sich hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden: Metro, Busse und Straßenbahnen sind zuverlässig, günstig und leicht verständlich. Für längere Strecken empfehle ich den FlixBus, diese sind sehr preiswert. Abends nutzte ich gelegentlich Uber, das in Portugal sehr erschwinglich ist.
Freizeit und Erlebnisse
In meiner Freizeit habe ich unzählige schöne Orte entdeckt: die märchenhaften Paläste von Sintra, die weiten Strände der Algarve, den traditionsreichen Wallfahrtsort Nazaré, die lebendige Stadt Porto und natürlich die vielen Aussichtspunkte („Miradouros“) in Lissabon selbst. Besonders magisch waren die Sonnenuntergänge, etwa am Miradouro da Senhora do Monte oder am Miradouro da Graca, wo sich die Stadt in warmes Abendlicht taucht. Jeder einzelne Ausflug war ein Erlebnis – es fällt mir schwer, ein einzelnes Highlight zu nennen, weil jeder Tag auf seine Weise so besonders war.
Menschen und Sprache
Auch menschlich war der Aufenthalt sehr bereichernd. Meine Kolleg/innen waren sehr herzlich, hilfsbereit und interessiert. Trotz sprachlicher Unterschiede – die meisten Gespräche fanden auf Englisch statt, gelegentlich auch mal mit Händen und Füßen – war der Austausch immer positiv. Mit der Zeit eignete ich mir einfache portugiesische Begriffe an, was von allen sehr geschätzt wurde. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Begegnung mit einem portugiesischen Praktikanten, mit dem ich trotz geringer gemeinsamer Sprachkenntnisse viele schöne Gespräche führen konnte. Durch die fast ausschließlich englische Kommunikation konnte ich meine Sprachkenntnisse wirklich sehr verbessern.
Persönliche Entwicklung und Ausblick
Dieses Auslandspraktikum in Lissabon war für mich eine wertvolle und prägende Zeit, die mich fachlich und menschlich so unfassbar bereichert hat. Ich kann jedem nur empfehlen, eine solche Erfahrung zu machen: ein neues Land zu entdecken, in einem anderen Arbeitsumfeld mitzuwirken und dabei persönlich zu wachsen. Für mich war Portugal – und besonders Lissabon – der wunderschönste Abschnitt meines Lebens, den ich niemals missen möchte. Ich weiß jetzt schon, dass ich dorthin zurückkehren werde, um diese Stadt und ihre besondere Atmosphäre erneut zu erleben



















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