Praktikumsbericht: Mein Auslandspraktikum in Fukuoka, Japan

Einleitung und Beweggründe

Im Rahmen meines Studiengangs International Relations and Management war ein Auslandspraktikum verpflichtend. Da ich mich auf Ostasien spezialisiert habe, habe ich diese Zeit in Japan verbracht, um meine Sprachkenntnisse zu vertiefen und internationale Arbeitserfahrungen zu sammeln. Auf die Möglichkeit aufmerksam geworden bin ich durch meine Hochschule und meine Praktikumsagentur (Vividus International), die mich bei der Suche unterstützt haben. Nach einigen Recherchen, unter anderem in China, wo ich bereits ein Studiensemester verbracht habe, habe ich schließlich über Vividus einen Platz in Fukuoka gefunden. Fukuoka erschien mir als pulsierende, aber überschaubare Stadt mit einer interessanten Kultur. Somit startete ich voller Erwartungen in mein fünfmonatiges Praktikum in Japan.

Vorbereitung und Organisation

Die Organisation des Auslandsaufenthalts stellte eine Herausforderung dar. Ich musste mich weitgehend selbst finanzieren, wobei mich meine Hochschule und Vividus International mit wertvollen Tipps unterstützen. Besonders schwierig war es, überhaupt eine Praktikumsstelle zu finden. Ich schickte zahlreiche Bewerbungen ab, und im Endeffekt ergab sich die Stelle bei einer japanischen Agentur für Praktika /Sprachschule. Vor der Abreise belegte ich einen kurzen Japanisch-Grundkurs, um zumindest die wichtigsten Höflichkeitsfloskeln zu lernen.

Arbeitsstelle und Aufgaben

Während meines Praktikums arbeitete ich in einer internationalen Praktikumsagentur/ Sprachschule in Fukuoka. Meine Hauptaufgaben lagen im Marketing und in der Öffentlichkeitsarbeit (PR). Daneben übernahm ich aber auch vielseitige Tätigkeiten in folgenden Bereichen:

  • Personalmanagement: Ich half bei der Koordination von Mitarbeiterprofilen und war in Kommunikationsprozesse eingebunden.

  • Unterkunftsmanagement: Ich kümmerte mich um die Organisation von Unterkünften für Austauschschüler und Praktikanten.

  • Eventmanagement: Ich war an der Planung und Durchführung von kleinen Events beteiligt, zum Beispiel an Stadttouren für internationale Studenten.

  • Website-Testing: Gemeinsam mit Kollegen testete ich unsere Website auf Benutzerfreundlichkeit und berichtete über Verbesserungsvorschläge.

Diese Aufgaben waren sehr abwechslungsreich und forderten mich in unterschiedlichen Fähigkeiten, von kreativer Kommunikation bis zu organisatorischem Geschick. Ich durfte dabei von Anfang an Verantwortung übernehmen, was mir viel Vertrauen entgegenbrachte und meine berufliche Entwicklung förderte. Durch diese Aufgaben lernte ich nicht nur Fachkenntnisse über Marketing in einem japanischen Unternehmen, sondern auch, wie interkulturelles Arbeiten in der Praxis funktioniert.

Arbeitsumfeld und Zusammenarbeit

Das Arbeitsumfeld war ausgesprochen international. In unserem kleinen Team arbeiteten Kolleginnen und Kollegen aus Europa, Südostasien und Japan zusammen. Der tägliche Kontakt mit Japanern war für mich eine besondere Erfahrung. Bei Erklärungen mussten wir oft sehr ins Detail gehen, um sicherzustellen, dass alle Abläufe verstanden wurden. Japanische Kolleginnen und Kollegen neigen dazu, Probleme nicht offen anzusprechen, um Konflikte zu vermeiden – eine für mich neue Art der Kommunikation. Anfangs empfand ich das als Herausforderung, doch mit der Zeit lernte ich, zwischen den Zeilen zu lesen und Missverständnisse von allein zu klären.

Ich schätzte die Rücksichtnahme und Höflichkeit der Menschen sehr. Meine europäischen und südostasiatischen Kollegen waren offen und hilfsbereit; mit ihnen konnte ich oft problemlos auf Englisch kommunizieren. Insgesamt gewann ich den Eindruck, dass meine Kolleginnen und Kollegen mich durch ihre Geduld und ihr Fachwissen unterstützten. Sie waren deutlich erfahrener in einigen Bereichen und nahmen sich viel Zeit, um mir alles Schritt für Schritt beizubringen. Diese Zusammenarbeit half mir, mich schneller einzuleben und meine Arbeit gut zu erledigen.

Unterkunft und Alltag

Während meines Aufenthalts lebte ich in einer kleinen, möblierten Wohnung im Stadtzentrum von Fukuoka. Die Lage war ideal: Einkaufsmöglichkeiten, das Büro und öffentliche Verkehrsmittel erreichte ich zu Fuß oder mit wenigen U-Bahn-Stationen. Im Alltag nutzte ich hauptsächlich öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen, und ich war viel zu Fuß unterwegs – oft kam ich auf etwa 15.000 Schritte pro Tag. Dieses Pendeln und Erkunden half mir, die Stadt und ihre Atmosphäre kennenzulernen.

In meiner Freizeit unternahm ich zahlreiche Ausflüge in die Umgebung von Fukuoka. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir folgende Orte und Aktivitäten:

  • Lokale Festivals: Ich besuchte mehrere traditionelle japanische Feste in Fukuoka und Umgebung. Diese Feste mit ihren Umzügen und Darbietungen gaben mir tiefe Einblicke in die japanische Kultur.

  • Dazaifu: Der Besuch in Dazaifu mit seiner berühmten Tenmangū-Schrein-Anlage war ein Erlebnis. Besonders beeindruckt haben mich die großen Tempel und die ruhige Umgebung.

  • Yanagawa: In Yanagawa konnte ich Boot fahren auf den Wasserkanälen der Stadt und traditionelle Süßigkeiten probieren.

  • Arita und Karatsu: Diese Städte in der Präfektur Saga sind für ihre Keramik bekannt.
  • Wandern in der Natur: Mindestens einmal pro Monat ging ich in den Bergen rund um Fukuoka wandern. Die japanische Natur – von dichten Wäldern bis zu klaren Bergseen – war wunderschön und entspannend.

Diese Aktivitäten halfen mir, dem Arbeitsalltag zu entfliehen und gleichzeitig die Umgebung intensiv zu entdecken. Die Kombination aus moderner Stadt und intakter Natur empfand ich als sehr angenehm und inspirierend.

Menschen und Kultur

Der Kontakt zu den Menschen vor Ort war ein zentraler Teil meiner Erfahrungen. Meine Kollegen wurden für mich mit der Zeit zu Freunden. Sie kümmerten sich wunderbar um mich: Zum Beispiel luden sie mich abends zum gemeinsamen Essen ein oder erklärten mir unbekannte Begriffe im Alltag. Mit einigen Kollegen pflege ich noch heute Freundschaften.

Gleichzeitig erlebte ich, dass das Knüpfen von Freundschaften mit Einheimischen in Japan nicht einfach ist. Viele Japanerinnen und Japaner sind eher zurückhaltend und sprechen wenig Englisch, was als Ausländer manchmal eine Hürde darstellte. Zudem spürte ich gelegentlich eine gewisse Distanz, vermutlich aus Scheu oder kultureller Zurückhaltung. Ich konnte jedoch auch ein paar gute, enge Freundschaften mit Japanern schließen, indem ich auf sie zuging und ihre Sprache oder Kultur aktiv wertschätzte.

Durch den engen täglichen Kontakt in der Firma lernte ich viel über die japanische Arbeitskultur: Pünktlichkeit, Respekt gegenüber Älteren und Vorgesetzten sowie das Bestreben, perfekt zu arbeiten, sind dort sehr ausgeprägt. Auch im Privatleben fiel mir auf, dass Gruppenharmonie wichtiger ist als individueller Ausdruck. Diese Eindrücke öffneten mir die Augen für kulturelle Unterschiede und halfen mir, flexibel und geduldig zu bleiben.

Sprache und Verständigung

In meiner Praxisphase kommunizierte ich überwiegend auf Englisch. Dabei halfen mir auch meine chinesischen und japanischen Kenntnisse, um Schwierigkeiten zu überbrücken. Zusätzlich nutzte ich Übersetzungs-Apps, wenn kleinere Sprachprobleme auftraten.

Mein vorab besuchter Japanischkurs gab mir zumindest grundlegende Sätze an die Hand – zum Beispiel für Begrüßung, Essen bestellen und Wegbeschreibungen. Obwohl meine Japanisch-Kenntnisse noch begrenzt waren, konnten wir so einfache Gespräche führen. Rückblickend habe ich gemerkt, dass sich meine Sprachkompetenz verbessert hat, weil ich sehr oft in Situationen war, in denen ich zumindest versuchen musste, mich auf Japanisch zu verständigen.

Herausforderungen und persönliche Entwicklung

Insgesamt war das Praktikum eine intensive Erfahrung, in der ich viel Verantwortung erhielt. Manchmal führte der Umfang meiner Aufgaben zu langen Arbeitstagen, aber dadurch lernte ich enorm viel – sowohl fachlich als auch persönlich. Zum Beispiel habe ich gelernt, Projekte selbständig zu planen und durchzuführen, sowie flexibel auf Änderungen zu reagieren. Diese Selbständigkeit wurde von meinen Vorgesetzten gefördert, was mein Selbstvertrauen stärkte.

Eine der größten Herausforderungen war die anfängliche Einsamkeit im fremden Land. Ohne mein gewohntes soziales Umfeld musste ich Wege finden, mich einzuleben. Das tat ich durch viel Eigeninitiative: Ich stellte Fragen, nahm an Gesprächen teil und knüpfte Kontakte in der Community internationaler Studenten. Wenn Konflikte oder Unsicherheiten auftauchten, suchte ich das Gespräch mit meinen Kollegen oder meinem Betreuer und lernte so, Probleme konstruktiv zu lösen.

Rückblickend hat mich die Zeit in Japan in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Die zahlreichen neuen Erfahrungen – sei es ein erfolgreich organisiertes Event oder ein gelungener Ausflug – haben mir Selbstsicherheit für meinen späteren beruflichen Weg gegeben. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Wanderungen in der schönen Natur und die launigen Gespräche beim Essen mit Freunden aus aller Welt.

Und eine kleine Erkenntnis am Rande: Japan ist leider nicht sehr vegetarierfreundlich. Viele Gerichte enthalten Fischbrühe oder Fleischbestandteile..

Fazit

Das fünfmonatige Praktikum in Fukuoka war für mich eine bereichernde Erfahrung. Ich konnte nicht nur mein Fachwissen im internationalen Management erweitern, sondern auch wertvolle interkulturelle Kompetenzen erwerben. Die Unterstützung meiner Agentur und meines Betreuers ermöglichte mir, Herausforderungen zu meistern und die Zeit voll auszukosten.

Durch die Arbeit in einem japanischen Umfeld habe ich viele neue Perspektiven gewonnen – zum Beispiel, wie wichtig es ist, sich auf sprachliche und kulturelle Gegebenheiten einzustellen. Ich habe gelernt, flexibel zu sein und mit unerwarteten Situationen umzugehen. Diese Erfahrungen werde ich in meinen zukünftigen Beruf einfließen lassen und bin dankbar für jede der Eindrücke, die ich sammeln durfte.

Kurz gesagt: Mein Auslandspraktikum in Fukuoka hat meine Erwartungen erfüllt und mich sowohl beruflich als auch persönlich weitergebracht.

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