Praktikumserfahrungen von Antonia Knöpfel aus Costa Rica
Während meines Auslandspraktikums befand ich mich in Costa Rica an der Pazifikküste auf der Halbinsel Osa Peninsula, weit außerhalb der Zivilisation. Ich entschied mich für einen Aufenthalt im Ausland, um neue Erfahrungen zu sammeln, andere Kulturen kennenzulernen und mich persönlich weiterzuentwickeln. Besonders wichtig war mir dabei, selbstständiger zu werden und meinen Blick auf die Welt zu erweitern. Rückblickend kann ich sagen, dass mich diese Zeit sehr geprägt hat und ich einen Auslandsaufenthalt jedem weiterempfehlen würde.

Ich lebte in einem Camp mitten im Dschungel gemeinsam mit vielen anderen Freiwilligenarbeitern in einer großen, offenen Hütte. Die Atmosphäre war sehr naturverbunden, da man ständig von Tieren umgeben war und fernab der Zivilisation lebte. Trotz der einfachen Lebensweise fühlte man sich durch die starke Gemeinschaft im Camp sehr wohl.

Die Kommunikation vor Ort war insgesamt sehr offen und positiv. Zwar ist es wichtig, selbst aktiv auf andere Menschen zuzugehen, jedoch muss man keinerlei Bedenken haben, dabei negativ wahrgenommen zu werden oder auf Ablehnung zu stoßen. Im Gegenteil: Die Atmosphäre war sehr offen und wertschätzend, sodass Gespräche meist ganz selbstverständlich entstanden. Besonders während der Patrouillen, die oft bis zu vier Stunden dauerten, kam man automatisch ins Gespräch und lernte sich besser kennen. Das Camp stellte einen echten multikulturellen Austauschraum dar, in dem Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiteten, voneinander lernten und gemeinsame Erfahrungen teilten. Auch die Menschen vor Ort waren sehr aufgeschlossen und motiviert, miteinander Zeit zu verbringen und gemeinsam zu arbeiten, was das Zusammenleben und die Zusammenarbeit besonders angenehm machte.

Mein Arbeitsalltag bestand aus Tag- und Nachtschichten sowie verschiedenen Aufgaben im Camp. Während der Patrouillen suchten wir in kleinen Gruppen nach Schildkrötenspuren. Wenn wir eine Schildkröte fanden, beobachteten wir sie beim Nestbau und während der Eiablage. Während die Schildkröte die Eier legte, wurden diese gezählt, um später eine genaue Dokumentation zu ermöglichen. Nachdem sie das Nest vollständig geschlossen hatte, wurden die Daten festgehalten. Befanden sich Nester an gefährlichen Stellen, wurden sie vorsichtig umgesiedelt.

Die umgesiedelten Nester wurden in ein spezielles Schutzhaus gebracht, in dem sie sicher weiterentwickelt werden konnten. Dort kam es einmal zu einem besonders eindrucksvollen Erlebnis, als es zu einem mehrfachen Nestschlupf kam und insgesamt rund 50 Babyschildkröten gleichzeitig schlüpften. Diese durften wir anschließend gemeinsam ins Meer freilassen, was für mich eines der schönsten Erlebnisse des gesamten Aufenthalts war.

Neben der Arbeit war auch die gemeinsame Freizeit im Camp sehr prägend. In unserer freien Zeit spielten wir zum Beispiel Volleyball, nahmen an Workshops teil oder verbrachten einfach Zeit miteinander. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch einer Bar mitten im Dschungel, wo wir von den Einheimischen sehr herzlich aufgenommen und versorgt wurden. Dort lernten wir außerdem, wie man Salsa richtig tanzt, was einen spannenden Einblick in die lokale Kultur ermöglichte. Diese Begegnungen mit den Einheimischen und das gemeinsame Erleben außerhalb des Camps stärkten den Zusammenhalt und machten den Aufenthalt noch besonderer.

Auf mein Auslandspraktikum bin ich durch mehrere eigenen Recherchen im Internet aufmerksam geworden. Dabei habe ich verschiedene Organisationen verglichen und mich schließlich für diese entschieden, da sie eine besonders große Vielfalt an Projekten und Einsatzorten angeboten hat. Der organisatorische Ablauf vor meiner Reise verlief insgesamt sehr gut. Auf meine Fragen wurde schnell und zuverlässig eingegangen, und ich hatte jederzeit eine gute Übersicht darüber, was wann anstand. Dadurch fühlte ich mich vor der Abreise gut vorbereitet und sicher.
In Costa Rica ist die Organisation der Bustickets vor Ort sowie der persönliche Ansprechpartner, der stets freundlich, hilfsbereit und gut erreichbar war hervorzuheben. Insgesamt war die Organisation vor der Reise sehr zufriedenstellend, während es vor Ort noch kleinere Verbesserungsmöglichkeiten in Planung und Abstimmung gibt.

Alles in allem war mein Auslandspraktikum in Costa Rica eine sehr bereichernde und wertvolle Erfahrung. Ich konnte nicht nur praktische Einblicke in den Natur- und Tierschutz gewinnen, sondern habe auch aktiv einen Beitrag zum Schutz der Meeresschildkröten geleistet. Gleichzeitig habe ich mich persönlich weiterentwickelt und viele offene Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kennengelernt. Besonders die Arbeit mit den Schildkröten, das Leben im Camp und der starke Gemeinschaftssinn haben diese Zeit für mich unvergesslich gemacht.

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