Juliane in Norwegen

04/2017 - 05/2017 Erasmus+ Praktikum in Oslo

Vividus International

Bereits fünf Jahre zuvor absolvierte ich eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Akademie der Gesundheit Berlin-Buch und nutzte meinen Wahleinsatz für ein Auslandspraktikum auf der Isle of Wight; England.

Zu dieser Zeit gab es jedoch noch keinen bestehenden Kontakt zwischen Vividus International und der Akademie der Gesundheit. Es dauerte ein Jahr lang bis ich genug Geld angespart hatte und Kontakt zu einem Krankenhaus herstellen konnte, welches bereit war mir ein Praktikum zu ermöglichen. Dieses Mal sollte es anders kommen.

Nachdem sich Vividus International vorgestellt hatte, wusste ich, dass ich mir diese Möglichkeit nicht entgehen lassen kann. Sofort nahm ich Kontakt über das Telefon auf und wurde kompetent beraten. Von diesem Tag an stand mir Vividus International bei allen Fragen jederzeit zur Verfügung und konnte auch auf kleine Probleme, wie meinen durch mich zu früh gebuchten Flug, schnell mit Lösungen reagieren.

Logopädische Praxis in Oslo

Da ich zuvor drei Jahre in Norwegen lebte und fließend norwegisch spreche, entschied ich mich für einen Aufenthalt in einer Logopädischen Praxis in Oslo. Kurz vor Weihnachten erhielt ich eine positive Rückmeldung für ein Praktikum von Mitte April bis Mitte Mai 2017.

Meine zuständige Lehrlogopädin nahm mich herzlich in Empfang und ich sah sofort ihre Neugier und zugleich Begeisterung für unsere darauffolgende Zusammenarbeit. Wir besprachen noch am gleichen Tag, welche Erwartungen und Wünsche ich an diesen Aufenthalt hatte und sie lud mich dazu ein auch an internen Praxisbesprechungen mit teilzunehmen.

erasmus auslandspraktikum norwegen 1

 

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Stimmtherapie

Sowohl meine Lehrlogopädin, als auch eine weitere Kollegin arbeiten hauptsächlich im Bereich der Stimmtherapie. Zu Beginn meines Praktikums war ich mir unsicher, ob es wirklich der richtige Zeitpunkt war, dieses Praktikum zu absolvieren. Stimmtherapie ist eines der letzten Themen in der Ausbildung zur Logopädin und ich war seit erst sechs Monaten Auszubildende der Logopädie. Aber die Entscheidung erwies sich als richtig, denn ich ging ohne Erwartungen und dementsprechend auch ohne Ängste an dieses Thema heran.

Die Stimmtherapie ist sehr vielseitig. Zum einen setzt sie viel Empathie voraus, vor allem in Gesprächen mit Klienten, und zum anderen handelt die Arbeit oft davon, Hemmungen abzubauen, um sich auf die Stimmtherapie einlassen zu können. Meine Hemmungen abzubauen, sah ich als meine erste große Herausforderung. Nach nur wenigen Tagen konnte ich mich jedoch ohne Probleme in alle Stimmübungen einfinden und entwickelte regelrecht eine Leidenschaft dafür.

Die Stimme wird oft als „Schlüssel zur Seele“ bezeichnet. Mich hat es sehr berührt, wie viele Klienten darunter litten, ihre Stimme gar nicht oder für sie nur stark verändert, benutzen zu können. Oft hat diese scheinbar kleine Hilfe durch eine logopädische Behandlung große Veränderungen in das alltägliche Leben dieser Menschen gebracht.

Ausbildung versus Studium

Die Logopädie ist in Norwegen ein Masterstudiengang, welcher auf drei Bachelorstudiengängen aufbauen kann. Die drei möglichen Bachelorstudiengänge sind Psychologie, Pädagogik oder die Gesundheits- und Krankenpflege.

Die Betreuung von Studenten wird in Norwegen sehr ernst genommen und im Land selbst auch von den Universitäten dementsprechend vergütet. Das garantiert ein sehr lehrreiches Praktikum zum einen, erschwert aber einen Zugang für nicht in Norwegen Studierende bzw. Auszubildende zum anderen. Bei einem Wahlpraktikum in Norwegen sollte man sich auch der eventuell hohen Kosten im Voraus bewusst sein. Norwegen ist eines der teuersten Länder Europas.

Ein weiterer Unterschied zu der Arbeit in logopädischen Praxen in Deutschland ist, dass es in Norwegen nicht gestattet ist, Hausbesuche anzubieten. Logopäden sind sowohl in Kindergärten und Schulen, als auch in Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern, sowie ähnlichen Institutionen angestellt. Alle weiteren Klienten haben die Möglichkeit sich an die privaten Praxen in ihrer Umgebung zu wenden. Die eventuellen Fahrkosten werden in diesem Fall von der Krankenversicherung übernommen.

Fazit

Mein Aufenthalt hat mich sowohl fachlich als auch persönlich extrem bereichert. Nicht nur der Wunsch Logopädin zu werden, hat sich durch diesen Aufenthalt verstärkt, auch meine Leidenschaft später einmal im Bereich der Stimmtherapie zu arbeiten. Die Arbeit als Logopädin in Norwegen schließe ich auf Grund der höheren Wertschätzung des Berufes und der individuelleren Betreuung der Klienten absolut nicht aus.

 

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