Magdalena in Lamalou-les-Bains (Absolventin Ergotherapie)

01/2022 Erasmus+ Praktikum in Frankreich

Es gab Momente, da gab ich die Hoffnung auf, dass mit den Beschränkungen – gerade was das Reisen betrifft – ein Auslandspraktikum im Gesundheitswesen zu Pandemie-Zeiten noch möglich sein kann. 19 Monate später als ursprünglich geplant und 9 Monate nach meinem Staatsexamen zur Ergotherapeutin hat es doch noch geklappt. Ich konnte 4 wundervolle Wochen in dem recht kleinen und beschaulichen, dafür in wunderschöner Natur gelegenen Kurort Lamalou-les-Bains in der südlichen Region „Okzitanien“ in Frankreich verbringen. Im Ort gibt es neben der Therme, die jährlich von zahlreichen Kuristen besucht wird, vier Reha-Kliniken mit unterschiedlichen Spezialisierungen.

 

Meine Praktikumseinrichtung deckt als staatliches Krankenhaus eine wichtige regionale Versorgung in der neurologischen Rehabilitation ab. Viele Patienten kommen nach einem schweren Schädelhirntrauma oder einem Schlaganfall aus den umliegenden Kliniken von Montpellier oder Béziers für mehrere Wochen bzw. Monate her, um wieder mobil zu werden, kognitive wie körperliche Fähigkeiten wiederzuerlangen und mit entsprechenden Hilfsmitteln versorgt zu werden. Das Team besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Therapeuten und Ärzten. Eine besonders interessante Disziplin, die es als feste Berufsbezeichnung in Deutschland so nicht gibt, sind die Psychomotriciens – also Spezialtherapeuten für die Psychomotorik. Das Team der Ergotherapie ist mit 12 Therapeuten ziemlich groß, sodass ich neben den Hospitationen in den anderen Disziplinen die Möglichkeit hatte, von vielen unterschiedlichen Kollegen betreut und begleitet zu werden, was am Ende einen großen bunten Blumenstrauß an Erfahrungen ergab. Ich habe die wenig hierarchische und sehr schnell vertraute Arbeitsatmosphäre sehr genossen – nicht zuletzt weil die Franzosen ihre Kultur lieben und zu meiner Zeit die Tradition des „Gateau du roi“ (=Mandelkuchen) zum 6.Januar (oder zum ganzen Januar) immer eine Gelegenheit bot, mit Patienten und Kollegen diese Tradition zu feiern und gemeinsam zu essen.

 

In meiner Freizeit habe ich mehrmals die wunderschöne und sehr studentenreiche Stadt Montpellier besucht sowie zahlreiche Wanderungen im Parc naturel régional de Haut-Languedoc unternommen. Es gibt viele schöne Schluchten („Gorges“) mit erfrischenden Gebirgsquellen, Weinanbau und Wälder voll mit Maronenbäumen – Hauptspezialitätan der Region sind Rotwein, Honig und Maronen/Esskastanien. Und natürlich – wie überall in Frankreich – die vielen Boulangerien mit besten Croissants und Baguettes.

 

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