Anna in Helsinki (Erzieherin in Ausbildung)

08/2020 - 06/2021 Erasmus+ Praktikum in Finnland

Mein Anerkennungsjahr in der Ausbildung zur Erzieherin habe ich in Finnland absolviert. Somit habe ich elf Monate im deutschen Kindergarten in Helsinki gearbeitet. Anfangs war für mich alles neu: Ich bin das erste Mal geflogen, lebte alleine, neue Sprache, neuer Kindergarten und das Leben in einer Stadt. Aber ich habe mich schnell eingelebt und direkt wohlgefühlt.

 

Warum ausgerechnet Finnland?

Diese Frage wurde mir von meinem Umfeld am meisten gestellt. Die schöne Landschaft, die gelassenen Menschen und das gute Essen. Das hätte ich gerne darauf geantwortet. Das war mir aber zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst und ich wusste generell kaum etwas über dieses Land. Ich habe allgemein nach deutschen Kindergärten im Ausland gesucht und habe die Seite des deutschen Kindergartens in Helsinki im Internet gefunden. Daraufhin habe ich mich ohne große Erwartungen beworben und schneller als gedacht eine Zusage bekommen. Dort war aber noch nicht wirklich sicher, ob ich das Praktikum als Teil meiner Ausbildung antreten darf. Ursprünglich wollte ich ein halbes Jahr gehen, da ich aber keine zweite Stelle in Deutschland gefunden habe, durfte ich glücklicherweise das ganze Kindergartenjahr dort verbringen.

praktikum in finnland

 

Was habe ich gemacht?

In Bezug auf meine Arbeit sollte die Frage eher lauten: Was habe ich nicht gemacht? Ich konnte in diesem Jahr viele neue Dinge in Bezug auf meine Arbeit dazulernen. Durch meine Anleiterin bekam ich viele neue Ideen für meine zukünftige Arbeit. Ich habe Wochenpläne erstellt und die passenden Aktivitäten durchgeführt. Außerdem durfte ich Elterngespräche übernehmen. Ich erfüllte alle Aufgaben, die von der Schule vorgegeben waren und konnte letztendlich eine Gruppe alleine leiten. Besonders beeindruckend waren für mich die Kinder, die alle mindestens zwei Sprachen sprechen konnten. Im Kindergarten wurde nur deutsch gesprochen, doch sobald die Eltern sie abholten, wechselten sie in die andere Sprache. Die Mehrheit der Kinder ist deutsch/finnisch aufgewachsen. Der Kindergarten war für mich perfekt und ich hatte tolle unterstützende KollegInnen, mit denen ich mich auch privat verabredete.

 

praktikum in finnland

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Was passierte außerhalb der Arbeit?

Ich hatte die Möglichkeit viele schöne Plätze in Helsinki kennenzulernen, darunter zählen die Strände, urige Cafés und die wunderbaren Inseln. Durch meine MitbewohnerInnen konnte ich einige Menschen mit unterschiedlichen Kulturen kennenlernen und habe mit ihnen Finnland erkunden können. Somit habe ich Städte wie Turku und Porvoo (älteste und zweitälteste Städte von Finnland) besucht. Außerdem hat sich zu einer anderen Vividus Teilnehmerin eine tolle Freundschaft entwickelt und uns verbinden viele unvergessliche Erlebnisse zusammen. Highlights für mich waren die Urlaube, bei denen ich zweimal in Lappland und einmal in Savonlinna war. Besonders interessant war die Helligkeit in Lappland, die am Tag höchstens eine Stunde war. Durch den vielen Schnee konnte ich Wintersportarten ausprobieren, unter anderem Langlaufen, Skifahren oder Schneeschuhwandern.

 

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Wie war das mit Corona?

Durch Corona waren über einige Monate alle Freizeiteinrichtungen geschlossen, somit war es nicht möglich Hobbys nachzugehen oder Veranstaltungen zu besuchen. Generell war es aber recht entspannt im Gegensatz zu Deutschland. Ich konnte viele Restaurants besuchen und das öffentliche Leben war relativ normal. Auch der Kindergarten war ohne Einschränkung, außer der Maskenpflicht, geöffnet. Ich konnte aber auch durch Corona an schulischen Veranstaltungen online teilnehmen, weshalb ich auch etwas Glück hatte. Außerdem konnte ich an einer interessanten Fortbildung über Mehrsprachigkeit im Kindergarten teilnehmen.

Wie war das mit der Sprache?

In Finnland konnten alle Menschen Englisch und auch allgemein ist vieles auf Englisch geschrieben. Die Kinder wachsen schon mit englischen Serien auf, da die Meisten nicht übersetzt werden. Somit können auch schon die Kinder zum Teil besseres Englisch als man selbst. Das Verständigen war nie ein Problem und mein Englisch konnte ich durch die Interaktionen verbessern. Auch durch das Einkaufen und das Umfeld konnte ich finnische Wörter lernen und übersetzen. Im Kindergarten wurde wie schon erwähnt nur deutsch gesprochen und auch die KollegInnen kamen alle aus Deutschland und Österreich.

Was ist mir in Erinnerung geblieben?

Besonders in Erinnerung bleiben mir die unterschiedlichen Menschen, die ich kennenlernen durfte. Diese sind natürlich auch dafür zuständig, dass ich dieses Jahr in guter Erinnerung behalte. Außerdem erinnere ich mich gerne an Helsinki zurück mit den vielen kleinen Inseln, sowie die wohlfühlende Atmosphäre, die die Stadt vermittelt. Auch die unterschiedlichen Gebäude, die in russischem oder skandinavischem Stil gebaut sind, bleiben mir in Erinnerung. Der Tagesausflug mit dem Boot nach Tallinn war für mich eine schöne Reise, welche ich gerne öfters gemacht hätte.

Ich bin sehr dankbar für dieses Jahr und kann jedem empfehlen nach Finnland zu gehen und sich davon überzeugen lassen

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