Ramona an der Algarve (Absolventin Tourismuskauffrau)

02/2020 - 03/2020 Erasmus+ Praktikum in Portugal

Nach meiner Ausbildung zur Tourismuskauffrau wollte ich noch einmal selbst die Welt erkunden, bevor ich einen Vollzeitjob annehme. Ich habe mich viel informiert und bin auf die Erasmus Programme von Vividus aufmerksam geworden. Mit Unterstützung durch Vividus wurde mir ein Praktikumsplatz in einem Hotel an der Algarve in Albufeira vermittelt und so landete ich dann in Portugal.

 

Ankunft und Unterkunft

Meine Ankunft in Portugal verlief reibungslos. Ich landete sicher in Faro und wurde von einem organisierten Transfer am Flughafen abgeholt. Als wir am Hotel ankamen, meldete ich mich an der Rezeption und lernte auch gleich zwei weitere Praktikanten kennen, die im Hotel arbeiteten. Insgesamt waren wir zum Zeitpunkt meiner Ankunft neun Praktikanten. Mir wurde mein Zimmer gezeigt, welches ich mit einer weiteren Praktikantin teilte.

Leider war das kleine Zimmer arg mit Schimmel befallen. Wir meldeten dies an der Rezeption und sprachen mit der Hotelmanagerin und unserer Betreuungsperson vor Ort. Es war dann kein Problem für uns das Zimmer zu wechseln und so zogen wir in ein anderes, etwas größeres Apartment, welches schimmelfrei war.

Die Unterkunft war im Hotel bzw. in der Apartmentanlage des Hotels. Einen Supermarkt, viele kleine Cafés und die Altstadt sowie den wunderschönen Strand hatten wir direkt vor der Haustür. Die Lage war also perfekt. Es war alles fußläufig erreichbar und für die, die nicht gerne zu Fuß gehen, gibt es verschiedene Buslinien, die einen zum Ziel bringen (pro Fahrt ca. 1-2 € pro Person).

 

Praktikum Portgual

 

Mein Praktikum

Mein Praktikum begann direkt am nächsten Tag an der Rezeption des Hotels. Ich war etwas nervös, da ich zwar im Kundenbereich und im Tourismus viel Erfahrung habe, allerdings noch nie in einem Hotel gearbeitet habe. Es gab verschiedene Schichten, da die Rezeption von 6 Uhr bis 24 Uhr geöffnet ist. Die Schichten gingen von 06:00h - 14:30h, 07:00h - 15:30h und 15:30h – 24:00 h. In jeder Schicht hatte man eine halbe Stunde Pause und eine inkludierte Mahlzeit in der Kantine des Hotels.

Welche Aufgaben hatte man an der Rezeption? Die grundsätzliche Aufgabe an der Rezeption ist der Kundenservice. Man ist permanent Ansprechpartner für Kunden und kümmert sich um deren Anliegen. Auch kümmert man sich um die Check-Ins und Check-Outs (je nach Schicht), legt Reservierungen an oder kümmert sich um den Social Media Account des Hotels. Die Aufgaben werden durch die Hotelmanagerin verteilt. Es gab auch ein Backoffice. In diesem habe ich einige Tage gearbeitet und habe Bürotätigkeiten erledigt, die nicht an der Rezeption erledigt werden konnten.

Grundsätzlich war die Arbeit an der Rezeption sehr vielfältig und hat mir vor allem sehr großen Spaß gemacht. Die Festangestellten im Hotel waren alle sehr nett und wir haben schnell viele neue Freundschaften geschlossen. Auch waren meistens mehrere Praktikanten in einer Schicht, sodass man sich immer gegenseitig helfen und voneinander lernen konnte. Wenn viele Check-Ins und Check-Outs am selben Tag waren, war die Frühschicht teilweise sehr stressig. Allerdings war das nie ein Problem, da man dann den ganzen Nachmittag Zeit hatte, sich am Strand davon zu erholen.

An der Rezeption herrschte an für sich ein sehr lockerer, aber professioneller Umgang - sowohl miteinander als auch mit den Gästen. Es gibt eine Kleiderordnung – schwarze Hose, schwarze Schuhe, weiße Bluse, schwarzer Blazer. Es gab auch die Möglichkeit, eine Uniform beim Housekeeping auszuleihen, sollte man nichts Passendes dabeigehabt haben.

Alles in allem war die Arbeitsatmosphäre eine ganz andere als in Deutschland und man hat gerne miteinander gearbeitet.

 

Praktikum Portgual

Praktikum Portgual

Praktikum Portgual

 

 

Mein Gastland

Portugal ist ein sehr vielfältiges Land. An der Algarve selbst gibt es so viel zu entdecken und die Strände sind wunderschön. Es gibt viele verschiedene Wege Portugal zu erkunden. Als Tipp kann ich die “cp” App und “Uber” App empfehlen. Uber kennt man auch aus Deutschland, ist günstiger als ein Taxi und man kann direkt über die App bezahlen. CP ist das portugiesische Bahnunternehmen, vergleichbar mit der Deutschen Bahn. Auch hier kann man seine Tickets bequem über die App kaufen und schauen, wann der Zug fährt.

In Albufeira gibt es einen Bahnhof. Von hier kommt man fast überall hin. Ich bin einmal mit dem Zug nach Lissabon gefahren (ca. 25€ Hin- und Rückfahrt pro Person je nach Fahrplan und Auslastung) und habe ein Fußballspiel besucht. Wir sind eine Nacht in Lissabon geblieben und haben die Stadt erkundet. Mein Tipp an dieser Stelle: Für Lissabon mehr als 1,5 Tage einplanen. Auch mit dem Flixbus kann man bequem und schnell die Umgebung erkunden. Eine Haltestelle befindet sich ebenfalls in Albufeira und man kann sogar über die Grenze nach Spanien / Sevilla fahren (Hin- und Rückfahrt ca. 20€ pro Person je nach Fahrplan und Auslastung).

Die Altstadt von Albufeira (Albufeira Old Town) kann man zu Fuß in ca. 20-30min erreichen. Zum Feiern steht jeden Abend der “Albufeira The Strip” zur Verfügung. Von unserem Hotel war der Fußweg knapp 5 Minuten zu den ersten Bars und auf dem Strip war immer was los. Von einer einfachen Bar bis hin zur mehrstöckigen Disco war alles dabei. Bei schlechtem Wetter (was nicht sehr oft vorgekommen ist) sind wir in das nahegelegene “Algarve Shoppingcenter” gefahren. Neben vielen Shoppingmöglichkeiten gibt es hier auch ein Kino, welches wir auch ausprobiert haben. Alle Filme laufen auf Englisch mit portugiesischem Untertitel. Auch sehr gut, um die Sprache ein bisschen besser zu lernen.

Die Portugiesen sind sehr freundliche Leute und freuen sich immer, wenn man auch versucht ein wenig Portugiesisch zu sprechen. Es wird auf der Straße viel öfter gelächelt oder gegrüßt als man es vielleicht aus der deutschen Heimat kennt.

Für mich waren die besten Momente einfach in den kleinen einheimischen Cafés einen guten Kaffee und Pasteis de Nata zu essen! Am schönsten natürlich mit Blick auf das Meer.

Die Strände in Portugal sind wunderschön und sehr feinsandig, aber auch felsig. Es gibt viele Klippen und wunderschöne Buchten, die man zum Beispiel bei einer Bootstour wunderbar erkunden kann. Wir haben einmal eine Wanderung unternommen und sind von der Praia de Marinha Richtung Westen gelaufen, entlang an der Küste und durch viele kleine Dörfer hindurch. Zurückgefahren sind wir mit einem Uber.

 

Was habe ich mitgenommen?

Mein Aufenthalt in Portugal hat mir in allererster Linie gezeigt, dass ich nicht immer alles so ernst nehmen darf. Ehrgeiz ist gut, aber es muss nicht immer alles perfekt sein. Es fällt mir nun leichter Kompromisse einzugehen und auch mal etwas Arbeit abzugeben, wenn ich es nicht alleine schaffe.

Mein Englisch hat sich wesentlich verbessert und ich habe nun auch keine “Angst” mehr Englisch zu sprechen, auch wenn ich vielleicht die ein oder andere Vokabel nicht weiß oder nicht alles richtig ausspreche.

Es gibt im Land immer etwas zu entdecken und auch die Sprache ist schön, aber anspruchsvoll. Die Menschen sind emphatisch und freundlich. Die Arbeit im Hotel war eine sehr dankbare Arbeit. Die Gäste im Hotel haben sich immer über ein nettes Lächeln gefreut und sich auch dementsprechend freundlich verhalten. Hier und da gab es natürlich auch mal ein kleines Trinkgeld oder eine Tafel Schokolade als Dankeschön. Manchmal kamen die Gäste auch einfach so an die Rezeption, um Hallo zu sagen, weil sie den Service so gut und die Mitarbeiter so toll fanden. Das hat mich persönlich unglaublich glücklich gemacht und ich habe es zu schätzen gelernt.

Ich habe viele neue Freundschaften in Portugal geschlossen, egal ob mit den anderen Praktikanten aus Deutschland oder mit den Angestellten des Hotels. Wir haben uns alle auf Anhieb wunderbar verstanden und die gemeinsamen Abende waren unvergesslich.  

 

Auslandsaufenthalt Ja oder Nein?

Ja, so wie es jeder empfiehlt, um den Horizont zu erweitern. Aber es ist viel mehr als das. Man muss sich anfangs auf vieles neues einstellen und sich vor allem auf die neuen Gegebenheiten einlassen. So lernt man auch seine Anpassungsfähigkeit zu verbessern. Es läuft vielleicht an der einen oder anderen Stelle nicht so wie man es sich vorgestellt hat oder wie man es kennt, aber genau das ist es, was den Auslandsaufenthalt zu etwas ganz Besonderem macht.

Das Schöne ist, man lernt so viele neue Leute und Dinge kennen und ist automatisch man selbst ohne sich zu verstellen. Man muss hier und da einen Kompromiss eingehen und sich auch auf das Gastland einlassen, aber wenn man das tut, ist es eine wunderbare Erfahrung.

Mein Tipp: Auf jeden Fall mind. 3-6 Monate einplanen. Man hat sich erst nach 6-8 Wochen so eingelebt, dass man sich auch persönlich nachhaltig weiterentwickeln kann und seine Fähigkeiten ausbauen kann.

 

Praktikum Portgual

 

 

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