Maria auf Malta (Absolventin Ergotherapie)

10/2018 - 11/2018 Erasmus+ Praktikum auf Malta

Meine Motivation

Die medizinische Versorgung gehört für mich, als jemand der in diesem Bereich arbeitet, zu einem der interessantesten Aspekte, wenn man sich andere Länder anschaut und diese mit Deutschland vergleicht. Als Ergotherapeutin ist mir zudem umso mehr klar, wie unterschiedlich dieser Beruf von Land zu Land ausgeführt wird. Daher war für mich klar, dass ich unbedingt die Chance nutzen möchte, um diesen Beruf auch außerhalb Deutschlands zu erleben. Nach Absprache mit Vividus wurde mir Malta als Zielland vorgeschlagen und in Anbetracht dessen, dass der deutsche Winter anstand, klang ein zweimonatiger Aufenthalt im wärmeren und kulturell vielfältigen Malta nach einem guten Zielort für neue Erfahrungen.

 

 

Die Ankunft

Vor der Abreise habe ich mich nur sehr rudimentär mit Malta beschäftigt. Mir war bewusst, dass die Insel und ihre Bewohner von verschiedenen Kulturen beeinflusst wurden, aber was genau mich erwarten würde, war mir noch nicht eindeutig klar. Von George, meinem dortigen Ansprechpartner, am Flughafen empfangen und fröhlich begrüßt, ging es gleich zur Unterkunft. Bereits während der Fahrt wurde dabei klar, dass der Verkehr auf Malta eine Sache für sich ist. Viele Autos fuhren auf kleinen und verschlungenen Straßen und dennoch schienen die Autofahrer weitaus weniger genervt und ungeduldig als die in Deutschland.

Meine Unterkunft befand sich in Rabat, einer wunderschönen Stadt auf einer Anhöhe, direkt neben der historischen und ehemaligen Hauptstadt Maltas, Mdina. Da ich abends auf Malta ankam, begrüßten mich Mdinas Mauern vom Berg hell erleuchtet und das Gefühl, in Richtung Rabat den Berg hinauf zu fahren, auf die wunderschönen alten Gebäude zu, war bis zum Schluss immer wieder eines meiner liebsten Erlebnisse auf Malta.

In der Unterkunft angekommen, wurden mir meine zwei Mitbewohner vorgestellt. Ich lebte mit Andrea (Italiener) und Carmen (Spanierin) zusammen in einer Wohngemeinschaft, in der jeder ein eigenes Schlafzimmer besaß.

 

Multikulti-Malta

Meine Praktikumseinrichtung befand sich ebenfalls in Rabat, sodass ich jeden Morgen einen kurzen Spaziergang durch Rabats Straßen genießen konnte. Die Senioreneinrichtung, in der ich während der Zeit arbeitete, befand sich in einem sehr alten Klostergemäuer mit wunderschönem grünen Innenhof, in dem Gänse und Hühner zu Hause waren, und mit einem der besten Blicke über die Insel. Während meiner Zeit in der Einrichtung lernte man schnell das maltesische Wesen kennen, welches ich immer als sehr laut, gemächlich und herzlich mit einem Lächeln im Kopf behalten werde.

 

Da auf Malta viele Menschen aus verschiedenen Nationen (insbesondere den Philippinen, Pakistan und Indien) arbeiten, war es mir sogar möglich, mehr als nur eine Kultur kennenzulernen. Den Abend mit authentischer pakistanischer Küche bei meiner Kollegin oder auch der Restaurantbesuch mit einer philippinischen Kollegin, bei der sie mich in die Traditionen und Unterschiede ihrer Küche einwies, sind für mich Erinnerungen, mit denen ich vor meiner Reise nach Malta nicht gerechnet hätte, die ich aber für nichts eintauschen wollen würde. Auch die maltesische Kultur konnte ich durch die vielen Kontakte mit den maltesischen Kollegen kennenlernen. Insbesondere einige unserer Senioren zeigten großen Elan und Freude daran, mir die maltesische Sprache beizubringen und mir von der Geschichte der Insel und ihrer Menschen zu erzählen.

Ausflüge

Meine Freizeit konnte ich dazu nutzen, die Insel mit den Bussen zu erkunden, wenn mir auch bis zum Schluss bei fast jeder Fahrt aufgrund der hügeligen Landschaft übel wurde. Während meines Aufenthalts konnte ich dadurch einen Ausflug auf die Nachbarinseln Gozo und Comino, zum Fischmarkt in Marsaxlokk, die Hauptstadt Valetta, zu den Klippen bei Dingli und vielen anderen schönen Orten der Insel machen.
Dank des Regens, welcher meist heftig aber kurz war, erblühte die Insel während meiner Zeit dort in einem frischen und saftigen Grün, was Spaziergänge durch die Natur umso schöner machte und meine Liebe für die Landschaft Maltas umso stärker werden ließ.

Ein Herz für Malta

Alles in allem waren die kurzen aber intensiven zwei Monate auf Malta für mich eine wunderschöne Zeit, aus der ich viele wertvolle Eindrücke mitnehmen konnte, die mich sowohl charakterlich, als auch in meiner Arbeit bereichern konnten. Das größte Geschenk, das mir Malta aber geben konnte, waren viele neue Bekanntschaften und eine große Prise maltesische Gelassenheit im manchmal hektischen deutschen Alltag.

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