Paula auf Martinique (Auszubildende Gesundheits- und Krankenpflegerin)

01/2019 - 02/2019 Erasmus+ Praktikum auf Martinique

Ich habe meinen Auslandseinsatz, den ich im Rahmen meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin machen konnte, auf der schönen Karibikinsel Martinique gemacht. Martinique ist ein Überseedepartment von Frankreich und gehört somit zu Europa.

Ankunft

Nach einer sehr langen und etwas holprigen Anreise bin ich am Freitag vor Praktikumsbeginn gut gelandet und wurde von meiner Vermieterin am Flughafen abgeholt. Mein Zimmer in ihrer Wohnung hatte einen superschönen Ausblick auf die Bucht von Fort de France, wo ich sehr viele, sehr schöne Sonnenuntergänge genießen konnte.
Mein erster Arbeitstag verlief etwas anders als erwartet. Angekommen in dem Krankenhaus, von dem ich dachte, es sei das richtige, kannte niemand meine Ansprechpartnerin bzw. Mentorin. Schließlich fand ich heraus, dass sich meine Praktikumsstelle zwar auch in diesem Krankenhaus befindet, jedoch an einem anderen Standort etwa 25 km von meinem Wohnort entfernt. Dass ich mich vertan hatte, fand aber keiner weiter schlimm und ich habe mich zum richtigen Krankenhaus aufgemacht. Dort angekommen wurde ich sehr herzlich begrüßt und mir wurde alles gezeigt.

 

Praktikum in der Notaufnahme

Die Notaufnahme dort funktioniert im Grunde genau wie in Deutschland. Die Patienten, die entweder selbständig in die Rettungsstelle kommen oder mit einem Rettungswagen, werden zunächst von einer Empfangs-Infirmière (Schwester/Pfleger) triagiert. Das funktioniert nach dem Manchester Triage System, welches die Patienten in 5 verschiedene Kategorien einteilt. Rot bedeutet „Notfall“ und der Arzt muss diesen Patienten sofort sehen. Gelb bedeutet „dringend“ und der Arzt muss den Patienten innerhalb von 30 min. sehen. Blau bedeutet „nicht dringend“ und der Patient muss mit einer eher langen Wartezeit rechnen (ca.120 min, je nachdem, ob die Notaufnahme gut oder schlecht besucht ist).

Neben der Empfangs-Infirmière gibt es noch zwei weitere Posten in der Notaufnahme der Gesundheits- und Krankenpfleger*innen. Eine*r ist für die „Boxen“ zuständig. Dort werden die Patienten von den Ärzten untersucht und es wird Behandlungspflege betrieben, was z. B. eine Blutabnahme sein kann, einen Blasenkatheter legen oder eine Wundversorgung.

Der dritte Posten ist in der UHCD. Dieser Bereich ist der Übergangsbereich von der Notaufnahme in die nächste behandelnde Einrichtung, wenn die Patienten auf ein Bett auf einer bestimmten Station warten oder auf einen Pflegeheimplatz. Dieser Bereich verfügt über 5 Zimmer, häufig waren jedoch deutlich mehr Patienten in diesem Bereich. Diese lagen dann auf Tragen im Flur. Der Aufgabenbereich in der UHCD beinhaltet drei Rundgänge mit Medikamentenausgabe und Vitalzeichenkontrolle. Dort werden die Patienten auch grundpflegerisch von Pflegehelfern versorgt und bekommen 3 Mahlzeiten täglich. Zum Teil waren Patienten bis zu einer Woche dort. Während meines Praktikums konnte ich alle Bereiche kennenlernen.

 

Herausforderung

Alles in der französischen Sprache zu machen, war auf jeden Fall eine Herausforderung für mich, die ich aber auch so gut wie möglich gemeistert habe. Da auf Martinique auch Kreolisch gesprochen wird, gerade von der etwas älteren Bevölkerung, war es ab und zu unmöglich, mit den Patienten zu kommunizieren. In solchen Momenten ist mir dann wieder klargeworden, wie unumgänglich eine gute Kommunikation in meinem Beruf ist. Ich hatte während der ganzen Zeit immer einen Ansprechpartner und es wurde sich wirklich gut um mich gekümmert.

Urlaub

Nach den vier Wochen Praktikum, in denen ich auf jeden Fall sehr viel lernen konnte, hatte ich noch eine Woche Urlaub. Ich habe mir ein Auto gemietet und habe damit die Insel erkundet. In meiner letzten Woche im Krankenhaus habe ich noch eine andere Auszubildende aus Frankreich kennengelernt. Mit ihr habe ich dann einige Ausflüge unternommen und unter anderem Schildkröten gesehen. Das war ein tolles Erlebnis. Die Organisation des Praktikums habe ich komplett selbständig durchgeführt, finanziell wurde ich zu ca. 60% von Vividus (Erasmus+) unterstützt, musste also auch noch etwas auf mein Erspartes zurückgreifen, da Martinique doch eine recht teure Insel ist.

Fazit

Generell kann ich jedem nur empfehlen ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Man lernt viele neue Leute kennen, neue Kulturen, andere Sprachen und es macht einfach Spaß. Außerdem ist es super, dass es die Möglichkeit gibt, sich in europäischen Ländern durch Erasmus+ finanziell fördern zu lassen.

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